Münchener Künstlerhaus Matinée
28.09.19

Münchener Künstlerhaus Matinée

Ob Russlands große Komponisten Tschaikowsky (1840-1893) und Schostakowitsch (1906-1975) neben Wodka auch einem süffigen Bier zugetan waren, ist nicht überliefert. Aber dass das große Land im Osten ausgelassen feiern kann, das weiß jeder Russland-Reisende. Am Samstag, 28. September, können Freunde der großen Musik und des großen Durstes die eine Annehmlichkeit mit der anderen verbinden. Bevor die 5. Jahreszeit, das Münchener Oktoberfest, auf der Theresienwiese zur Halbzeit läutet, lädt das Streichquartett des legendären Tchaikovsky Symphonie Orchesters Moskau um 11 Uhr im Münchener Künstlerhaus am Lenbachplatz zum Matinée-Konzert.

Ganz so beschwingt kommt die russische Musikkost allerdings nicht daher. Zumindest was Dimitri Schostakowitschs Komposition für Streichquartett Nr. 8 in c-Moll angeht. Es ist ein Schlüsselwerk des Komponisten, für den Musik das wichtigste hoffnungspendende Ventil der Befreiung aus beklemmenden Lebensumständen war. Dagegen durchzieht  Peter Tschaikowskys in jungen Jahren komponiertes Streichquartett Nr. 1 in D-Dur eine wortlose Poesie, ganz im Sinne der Romantik: elegant, lebendig und phasenweise sogar unbeschwert. Also ein musikalisches „Vorglühen“ für die Wiesn – einmal ganz anders. Kultur auf allen Ebenen – das ist München und sein Umland. Mit dem renommierten Streichquartett aus Moskau schickt das Klassikfestival AMMERSEErenade einen musikalischen Gruß vom Ammersee zum Oktoberfest in die Landeshauptstadt.

Die vier Musiker Sergej Kostylev (1. Violine), Anton Yakushev (2. Violine), Elena Fedotova (Viola) und Fedor Zemlerub (Cello) sind mit ihrem unverwechselbaren Klangprofil ein gefragter Vermittler russischer Musikkultur im Westen. Den Besucher erwartet intensive Kammermusik mit Gänsehautcharakter. Zu hören sind die Vier auch am 26. September in der Israeltischen Kultusgemeinde am Jakobsplatz beim Festivalgespräch „Musik im Dialog“ um

17 Uhr: Präsidentin Charlotte Knobloch und Chefdirigent Vladimir Fedoseyev – beide Jahrgang 1932 – erinnern sich an Holocaust und Leningrad-Blockade. Zeitzeugen aus West und Ost – zwei Leben zwischen Krieg und Frieden. Die Moderation führt Andreas Bönte, stellvertretender Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks.